Was ist Microsoft Remote Desktop Services (RDS)?
12/01/2020
9 min
0

Was ist Microsoft Remote Desktop Services (RDS)?

12/01/2020
9 min
0

Microsoft Remote Desktop Services (RDS) ist eine Funktion von Windows Server, die es Benutzern ermöglicht, remote auf Desktops und Anwendungen über ein Netzwerk zuzugreifen. Anstatt alles auf jedem Endgerät zu installieren und zu verwalten, können Unternehmen Desktops und Anwendungen im Rechenzentrum oder in der Cloud zentralisieren. Dadurch können sie Benutzern den Zugriff von nahezu überall ermöglichen. Die aktuellen Empfehlungen von Microsoft für RDS beziehen sich auf Windows Server 2025, wodurch diese Version für Unternehmen am relevantesten ist.

Was ist RDS?

Remote Desktop Services, früher bekannt als Terminal Services, ist eine rollenbasierte Infrastruktur in Windows Server, die autorisierten Benutzern ermöglicht, sich mit einem vollständigen Desktop oder mit bestimmten Anwendungen zu verbinden, die als RemoteApp Programme bezeichnet werden. Microsoft positioniert RDS als Möglichkeit, die Verwaltung von Anwendungen und Desktops zu zentralisieren, die Sicherheit zu verbessern und Benutzern eine konsistente Erfahrung zu bieten, unabhängig davon, von wo aus sie arbeiten.

RDS unterstützt sowohl serverbasierte Multi Session Desktops als auch Single Session virtuelle Desktops, sodass Organisationen das Modell wählen können, das am besten zu ihren Anforderungen in Bezug auf Leistung, Kompatibilität und Budget passt.

Es ist wichtig zu beachten, dass Microsoft und die moderne Dokumentation den Workload Host als RD Session Host bezeichnen, auch wenn die ältere Abkürzung RDSH im aktuellen Markt weiterhin häufig verwendet wird.

Für viele Organisationen bietet RDS drei Hauptvorteile:

  • Zentrale Bereitstellung von Windows Desktops und Anwendungen
  • Vereinfachte Verwaltung und Updates
  • Sicherer Remote Zugriff über das Internet mit RD Gateway

Komponenten von Remote Desktop Services

Eine vollständige RDS Umgebung kann mehrere Windows Server Rollen umfassen, die zusammenarbeiten.

RD Session Host ist die Serverrolle, die die eigentlichen Windows Sitzungen und Anwendungen hostet, mit denen Benutzer arbeiten. Dies ist die zentrale Rolle in den meisten RDS Umgebungen. Zusätzlich dazu beschreibt Microsoft mehrere wichtige Infrastrukturrollen:

  • RD Connection Broker zur Verwaltung und Verteilung von Benutzersitzungen
  • RD Gateway für sicheren und verschlüsselten Zugriff über das Internet
  • RD Licensing zur Installation und Verwaltung von RDS CAL Lizenzen
  • RD Web Access zur Veröffentlichung von Desktops und Anwendungen über ein Webportal

Microsoft unterstützt außerdem den Zugriff auf RDS Ressourcen von verschiedenen Client Plattformen. Laut aktuellen Empfehlungen können Benutzer sich über die Windows App oder den Remote Desktop Client verbinden, je nach Plattform und Szenario. Darüber hinaus unterstützt Microsoft weiterhin browserbasierten Zugriff über den Remote Desktop Webclient, der in modernen Browsern unter Windows, macOS, ChromeOS und Linux funktioniert.

Wie RDS in modernen Umgebungen funktioniert

RDS bleibt relevant für Organisationen, die Windows Anwendungen und Desktops aus einer zentralisierten Umgebung bereitstellen möchten, während die Daten im Rechenzentrum oder in einer Cloud Infrastruktur gespeichert bleiben. Die aktuellen Architekturleitlinien von Microsoft zeigen, dass RDS on premises, in Azure, in anderen Cloud Umgebungen oder in hybriden Szenarien bereitgestellt werden kann. Es werden sowohl Basisbereitstellungen als auch hochverfügbare Bereitstellungen dokumentiert, abhängig von den Anforderungen der Organisation an Skalierung und Verfügbarkeit.

Für den externen Zugriff spielt RD Gateway eine wichtige Rolle, da es sichere und verschlüsselte Verbindungen zu RDS Ressourcen über das Internet ermöglicht. Außerdem erlaubt es Benutzern, auf interne Ressourcen remote zuzugreifen ohne eine VPN Verbindung zu benötigen. Dies ist besonders wichtig für Unternehmen, die einen kontrollierten Remote Zugriff bereitstellen möchten, ohne ihre internen Systeme direkt offenzulegen.

Benutzern wird dringend empfohlen, den aktuellen Plattformempfehlungen von Microsoft zu folgen. Diese geben an, dass die Verwendung der neuesten Version von Windows Server der Standard für Remote Desktop Infrastrukturen ist. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass beim Upgrade von RD Session Hosts auf Windows Server 2025 auch der Lizenzserver aktualisiert werden muss, damit er die entsprechende CAL Version unterstützen kann.

RDS 2025 CAL: die aktuelle Lizenzversion

Wenn Sie eine moderne Umgebung bereitstellen oder aktualisieren, ist die aktuelle Referenzversion Windows Server 2025 Remote Desktop Services CAL, häufig als RDS 2025 CAL bezeichnet. Die Microsoft Lizenzdokumentation gilt für Windows Server 2025, und der Microsoft Store bietet diese Lizenzen derzeit sowohl als User CAL als auch als Device CAL an.

Jeder Benutzer oder jedes Gerät, das sich mit einem Remote Desktop Services Session Host auf Windows Server verbindet, benötigt eine RDS CAL. Diese Lizenzen kommen zusätzlich zu den Windows Server Zugriffslizenzen hinzu, daher sollten Unternehmen immer das vollständige Lizenzmodell prüfen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Remote Desktop Services Softtrader

Mehr erfahren über die Lizenzierung von Remote Desktop Services mit Client Access Licenses (CAL).

RDS User CAL Lizenzmodell

User CALs sind in der Regel die beste Wahl, wenn ein Mitarbeiter von mehreren Geräten aus auf das System zugreifen muss, wie zum Beispiel Desktop Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone. Im Microsoft Lizenzmodell erlaubt eine RDS User CAL einem einzelnen Benutzer, sich von einer unbegrenzten Anzahl von Geräten zu verbinden.

Ein wichtiger Punkt zur Einhaltung der Lizenzbedingungen: Microsoft weist darauf hin, dass User CALs technisch nicht erzwungen werden wie Device CALs. Das bedeutet, dass Administratoren dafür verantwortlich sind, sicherzustellen, dass jeder Benutzer, der sich verbindet, korrekt lizenziert ist.

RDS Device CAL Lizenzmodell

Device CALs sind häufig die bessere Wahl, wenn mehrere Mitarbeiter dasselbe Gerät oder denselben Arbeitsplatz gemeinsam nutzen. Microsoft nennt ausdrücklich Umgebungen mit zwei oder mehr Schichten, die dieselben Computer verwenden, als typisches Beispiel für das Device Modell.

Dies macht Device CALs besonders geeignet für Branchen wie Produktion, Einzelhandel, Gesundheitswesen, Bildung und andere Szenarien mit gemeinsam genutzten Geräten.

Microsoft erklärt außerdem, dass temporäre Device CALs bei der ersten Anmeldung vergeben werden können und anschließend durch permanente Lizenzen über den Lizenzserver ersetzt werden. Im Gegensatz zum User Modell wird das Device Modell aktiv durch den Lizenzserver überwacht.

Können RDS User CAL und RDS Device CAL kombiniert werden?

Die Antwort ist ja. In der Praxis können Organisationen beide Lizenzmodelle in derselben Umgebung verwenden, aber die entscheidende Frage ist nicht, ob dies technisch möglich ist. Die entscheidende Frage ist, ob Sie eine klare und auditfähige Lizenzverwaltung aufrechterhalten können.

Die Microsoft Lizenzrichtlinien betonen, dass jeder Benutzer oder jedes Gerät, das sich mit der RDS Umgebung verbindet, korrekt lizenziert sein muss. Daher funktioniert ein gemischter Ansatz nur dann gut, wenn es eine konsequente interne Nachverfolgung und klare Richtlinien dafür gibt, wer unter welchem Modell lizenziert ist.

Aus diesem Grund entscheiden sich viele Organisationen dafür, sich entweder auf User CALs oder auf Device CALs pro Umgebung oder Benutzergruppe zu standardisieren, da dies einfacher zu verwalten und bei Lizenzprüfungen leichter nachzuweisen ist. Dies ist keine formale Microsoft Vorschrift, sondern eine bewährte Praxis basierend auf dem Lizenzmodell.

Mehr erfahren über die Lizenzierung von Remote Desktop Session Hosts.

Welches RDS CAL Modell ist das richtige für Ihre Organisation?

Allgemeine Richtlinien:

  • Wählen Sie User CAL, wenn ein Mitarbeiter mehrere Geräte verwendet
  • Wählen Sie Device CAL, wenn mehrere Mitarbeiter dasselbe Gerät gemeinsam nutzen
  • Überprüfen Sie Ihre Konfiguration sorgfältig bei einer Migration auf Windows Server 2025, da der Lizenzserver die neue CAL Version unterstützen muss

Remote Desktop Services 2022 Banner

Mehr erfahren über RDS 2022 (Device CAL und User CAL).

Fragen zur RDS Lizenzierung?

Die Entscheidung zwischen User CAL und Device CAL ist nicht nur eine technische Entscheidung. Sie hat auch Auswirkungen auf Kosten, Compliance und die langfristige IT Verwaltung Ihrer Organisation.

Wenn Sie eine neue Remote Desktop Services Umgebung planen, ein Upgrade auf Windows Server 2025 mit RDS 2025 CAL durchführen oder Ihre aktuelle Lizenzsituation überprüfen, ist es wichtig, das richtige Lizenzmodell zu wählen.

Bei Softtrader helfen Ihnen unsere Spezialisten dabei, die passende und kosteneffizienteste Microsoft Lizenzlösung für Ihr Unternehmen zu finden.

Fordern Sie noch heute ein Angebot an und erhalten Sie eine individuelle Beratung für Ihr RDS Projekt.

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns!

Kontaktieren Sie Softtrader Banner

Für weitere Informationen darüber, welche Microsoft-Software und welche Lizenzen für Sie am besten geeignet sind, kontaktieren Sie uns. Wir sind montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr für Sie da.

FAQs

Was ist Microsoft Remote Desktop Services (RDS)?

Microsoft Remote Desktop Services (RDS) ist eine Rolle in Windows Server, die es Benutzern ermöglicht, remote auf Windows Desktops und Anwendungen zuzugreifen, die auf einem zentralen Server gehostet werden. Anstatt Software auf jedem einzelnen Gerät zu installieren, werden die Anwendungen und Desktops auf dem Server ausgeführt, während die Benutzer über eine sichere Netzwerkverbindung darauf zugreifen.

Mehr erfahren über die Übersicht von Microsoft Remote Desktop Services in Windows Server.

Was ist der Unterschied zwischen Remote Desktop und Remote Desktop Services?

Remote Desktop bezieht sich in der Regel auf die Verbindung zu einem einzelnen Computer aus der Ferne. Remote Desktop Services (RDS) ist hingegen eine serverbasierte Lösung, die es mehreren Benutzern ermöglicht, gleichzeitig auf Desktops oder Anwendungen zuzugreifen und diese aus einer zentralisierten Windows Server Umgebung bereitzustellen.

Mehr erfahren über Remote Desktop Services.

Was sind RDS CAL?

RDS CALs (Client Access Licenses) sind Lizenzen, die für jeden Benutzer oder jedes Gerät erforderlich sind, das sich mit einem Remote Desktop Session Host verbindet. Zusätzlich zu einer Windows Server CAL müssen Organisationen eine RDS CAL für jeden Benutzer oder jedes Gerät erwerben, das auf die RDS Umgebung zugreift.

Mehr erfahren über die Lizenzierung von Remote Desktop Services mit Client Access Licenses (CAL).

Was sind RDS 2025 CAL?

RDS 2025 CAL sind die neueste Generation von Clientzugriffslizenzen für Remote Desktop Services, die speziell für Windows Server 2025 Umgebungen entwickelt wurden. Diese Lizenzen ermöglichen es Benutzern oder Geräten, auf Remote Desktop Services zuzugreifen, die auf Windows Server 2025 ausgeführt werden.

Was ist der Unterschied zwischen User CAL und Device CAL für RDS?

Eine User CAL erlaubt einem bestimmten Benutzer, von mehreren Geräten aus auf Remote Desktop Services zuzugreifen.
Eine Device CAL erlaubt einem einzelnen Gerät den Zugriff auf RDS, auch wenn dieses von mehreren Benutzern verwendet wird.

Die beste Wahl hängt davon ab, wie Mitarbeiter auf das System zugreifen und wie viele Geräte verwendet werden.

Mehr erfahren über die Lizenzierung von Remote Desktop Services mit CAL.

Wann sollte man User CAL wählen?

User CALs sind in der Regel die beste Wahl, wenn Mitarbeiter von mehreren Geräten aus arbeiten, wie Desktop Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone. Sie sind besonders häufig in hybriden Arbeitsumgebungen oder bei Remote Arbeit anzutreffen.

Wann sollte man Device CAL wählen?

Device CALs sind häufig kosteneffizienter, wenn mehrere Mitarbeiter dasselbe Gerät gemeinsam nutzen, zum Beispiel in Produktionsumgebungen, Call Centern, im Gesundheitswesen oder in Bildungseinrichtungen.

Können User CAL und Device CAL in derselben RDS Umgebung kombiniert werden?

Ja, Organisationen können beide Lizenzmodelle innerhalb derselben Umgebung verwenden. Es ist jedoch wichtig, klare Aufzeichnungen zu führen, um sicherzustellen, dass jeder Benutzer oder jedes Gerät entsprechend den Microsoft Lizenzbestimmungen korrekt lizenziert ist.

Mehr erfahren über die Lizenzierung von Remote Desktop Session Hosts.

Benötigt man zusätzlich eine Windows Server CAL neben einer RDS CAL?

Ja. Microsoft verlangt sowohl eine Windows Server CAL als auch eine RDS CAL für jeden Benutzer oder jedes Gerät, das auf Remote Desktop Services zugreift.

Mehr erfahren über Lizenzierungsrichtlinien für Desktop Anwendungen in Verbindung mit Remote Desktop Services.

Wird Remote Desktop Services in modernen IT Umgebungen noch verwendet?

Ja. Viele Organisationen nutzen RDS weiterhin, um zentralisierte Desktops und Anwendungen bereitzustellen. Es wird häufig in lokalen Infrastrukturen, hybriden Cloud Umgebungen und gehosteten Rechenzentren eingesetzt, um sicheren Remote Zugriff für Mitarbeiter zu ermöglichen.

Wie viele Benutzer können sich mit Remote Desktop Services verbinden?

Die Anzahl der Benutzer, die sich mit Remote Desktop Services verbinden können, hängt von der Serverhardware, den verfügbaren Ressourcen und der Anzahl der installierten RDS CALs ab. Ein einzelner RD Session Host Server kann viele gleichzeitige Sitzungen unterstützen, aber die genaue Anzahl hängt von CPU, RAM und der Arbeitslast der Anwendungen ab.

Mehr erfahren über das Erstellen und Bereitstellen Ihrer Remote Desktop Services Umgebung.

Ist Microsoft RDS dasselbe wie Citrix?

Nein, Microsoft Remote Desktop Services und Citrix sind nicht dasselbe. RDS ist eine in Windows Server integrierte Technologie zur Bereitstellung von Desktops und Anwendungen. Citrix Lösungen bauen häufig auf der RDS Infrastruktur auf und erweitern diese um zusätzliche Verwaltungs, Optimierungs und Sicherheitsfunktionen.

Kann RDS in der Cloud bereitgestellt werden?

Ja. Remote Desktop Services kann on premises, in der öffentlichen Cloud oder in hybriden Umgebungen bereitgestellt werden. Die Microsoft Dokumentation beschreibt, dass Organisationen RDS Workloads sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch auf Cloud Plattformen wie Azure ausführen können, während die grundlegende Architektur gleich bleibt.

Mehr erfahren über die Planung und das Design einer Remote Desktop Services Umgebung.

Kommentare